Computerschrott

Bußgeldkataloge für illegales Entsorgen von Computerschrott der einzelnen Bundesländer

BundeslandBußgeld (ein Gerät)Bußgeld (mehrere Geräte)
Baden-Württemberg 50 - 200 €100 - 300 €
Bayern80 - 240 €160 - 500 €
Berlinkeine Angabekeine Angabe
Brandenburg37,50 - 150 €100 - 300 €
Bremen150 - 2.500 €150 - 2.500 €
Hamburg75 - 250 €150 - 1.000 €
Hessen150 - 2.500 €150 - 2.500 €
Mecklenburg-Vorpommern10 - 20 €20 - 500 €
Niedersachsen 150 - 2.500 €150 - 2.500 €
Nordrhein-Westfalen50 - 150 €100 - 300 €
Rheinland-Pfalz150 - 2.500 €150 - 2.500 €
Saarland 50 - 200 €100 - 300 €
Sachsen 150 - 2.500 €150 - 2.500 €
Sachsen-Anhaltkeine Angabekeine Angabe
Schleswig-Holstein50 - 150 €100 - 300 €
Thüringen 150 - 2.500 €150 - 2.500 €

Laptop, Computer und Festplatte entsorgen – Der Ratgeber

Beim illegalen Laptop-Entsorgen, kann ein Bußgeld fällig werden.

Beim illegalen Laptop-Entsorgen, kann ein Bußgeld fällig werden.

Rund 20 Millionen alte und ungenutzte Computer lagern als Schrott in deutschen Haushalten. Laut der im Jahr 2012 vom digitalen Branchenverband Bitkom veröffentlichten Studie sammelt fast jeder dritte Deutsche ausrangierte PC in den eigenen vier Wänden. Wie Computerschrott fachgerecht entsorgt werden kann, lesen Sie in diesem Artikel. PC-Schrott bezeichnet nicht nur Computer, sondern auch Platinen, Leiterplatten, Netzteile, Computerstecker, Kabel, Tastaturen und Co.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)

Im Jahr 2005 trat das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräte in Deutschland in Kraft. Der stetig wachsende Elektro- und Computerschrott machte ein Gesetz insofern wichtig, dass die EU bereits im Jahr 2002 diverse Richtlinien veröffentlichte. Die Verordnungen dienen auch dem Naturschutz, da die Geräte weniger in Wäldern abgeladen werden. Die EU-Verordnungen bildeten die Grundlage für das ElektroG. Das Gesetz weist Herstellern, Verbrauchern und Entsorgern verschiedene Aufgaben zu.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz verpflichtet Verbraucher, ihren Computerschrott nicht mehr in den Hausmüll zu schmeißen, sondern dem Entsorgungsweg getrennt zuzuführen. Gleichzeitig ist die Abgabe für Laptops aus privaten Haushalten bei kommunalen Sammelstellen kostenfrei.

Entsorgungsunternehmen sammeln die Geräte nun in fünf Gruppen, um eine besonders umweltverträgliche Entsorgung zu gewährleisten:

  • Automatische Ausgabegeräte, Haushaltsgroßgeräte (z.B. Waschmaschinen, Kühlschränke)
  • Kühl- und Klimageräte
  • Telekommunikations- und Informationsgeräte, Geräte der Unterhaltungselektronik (z.B. Großrechner, Drucker, PC, Telefone, Fernsehgeräte, Hi-Fi-Anlagen))
  • Gasentladungslampen
  • sonstige Geräte wie z.B. Haushaltskleingeräte, Beleuchtungskörper, Spielzeug, medizinische Geräte

Computer gehören zu den Informationsgeräten. Wer neben dem Computer auch die Festplatte entsorgen möchte, kann dies in Behältern der dritten Gruppe tun. Hierzu gehören auch der CPU, Maus, Bildschirm und Tastatur.

Wo können Verbraucher alte Computer entsorgen?

Computerschrott gehört in keine reguläre Mülltonne und wird getrennt entsorgt.

Computerschrott gehört in keine reguläre Mülltonne und wird getrennt entsorgt.

Computerschrott kann bei den kommunalen Sammelstellen oder Recyclinghöfen abgegeben werden. Dieser Service ist in der Regel kostenlos für private Haushalte. Möchten Sie also Ihren Laptop entsorgen, müssen Sie diesen nicht einmal auseinandernehmen. Das übernimmt das Recyclingunternehmen. Dabei werden die gefährlichen Stoffe getrennt entsorgt.

Viele Hersteller bieten den Service an, dass Verbraucher ihr Notebook bei ihnen entsorgen können – meist in Verbindung mit dem Kauf eines neuen Gerätes. Laut ElektroG muss auch dieses Verfahren kostenlos sein.


Oftmals bieten Unternehmen zeitlich begrenzte Rücknahme-Aktionen für alte Elektrogeräte an. Achten Sie also auf diese Aktionen, da hier meist ein Rabatt beim Neukauf integriert ist.

Anstatt das Notebook oder die Festplatte zu entsorgen, können Verbraucher die Geräte auch verkaufen. Beim Ankauf von Schrott kann der Verkäufer noch ein bisschen Geld dafür bekommen. Dabei sollte er aber vorher die jeweiligen Ankaufspreise für Schrott von Elektronikgeräten recherchieren. Beim Verkauf ist jedoch wichtig, die Daten komplett zu löschen.

Festplatten entsorgen: Was ist zu beachten?

Vor dem Verkauf oder der Entsorgung sollte am besten die gesamte Festplatte gelöscht werden. Dabei reicht es nicht aus, diese zu einmal komplett zu löschen. Mit diversen Datenrettungsprogrammen können diese wiederhergestellt werden. Dabei sieht der Käufer nicht nur alte Fotos, auch Passwörter kommen beim Computerschrott zum Vorschein. Wichtig ist dabei, spezielle Programme vor dem Festplatte entsorgen herunterzuladen. Diese Software löscht die Daten nicht, sondern überschreibt sie. Experten empfehlen, diesen Vorgang mindestens dreimal durchzuführen. Besonders sensible Daten sollten mindestens siebenmal überschrieben werden.

Wer die Festplatte entsorgen will, kann auch zu der brutalsten Methode greifen: dem Schreddern zum Computerschrott. Dies empfiehlt sich auch beim Disketten entsorgen. Hier sollten Sie die Diskette zerschneiden oder in einen geeigneten Aktenschredder geben. Alte Disketten zu entsorgen, ist schwierig für Recyclingunternehmen. Hier ist nur noch die äußere Ummantelung für die Wiederverwertung interessant. Der Rest wird meist verbrannt. Vor dem Disketten oder Festplatte entsorgen, können Sie sich also auch beim örtlichen Bürgerbüro erkundigen, wie die jeweilige Recyclingfirma mit solchen Datenträgern umgeht. Werden sie sowieso verbrannt, müssen sie auch nicht vorher vernichtet werden.

Alte Disketten sollten nie privat verbrannt werden. Hierbei entstehen giftige Gase, welche gesundheitsschädigend sind.

Auch kaputte Datenträger und Festplatten können noch ausgelesen werden. Daher sollten Sie vor dem Disketten entsorgen, unbedingt darauf achten, dass alle wichtigen Dateien überschrieben sind. Im Laufe der Zeit haben sich viele Unternehmen auf die spezielle Löschung von Datenträgern spezialisiert. Für den Privatgebrauch reicht es meist aus, kostenlose Software im Internet zu suchen. Unternehmen sollten jedoch professionelle Dienstleister aufsuchen.

Auch Computerschrott wie defekte Akkus muss fachgerecht entsorgt werden. In diesen befinden sich meist giftige Schadstoffe, die umweltfreundlich verwertet werden müssen. Wie beim Computer entsorgen nehmen Sammelstellen diesen PC-Schrott kostenlos an und führen ihn dem Recycling zu.

PC-Recycling

Wer Disketten entsorgen möchte, sollte vorher alle Daten mit einer Software löschen.

Wer Disketten entsorgen möchte, sollte vorher alle Daten mit einer Software löschen.


Computerschrott wie alte PC besitzen oftmals noch wertvolle Metalle wie Gold und Kupfer, die als Sekundärrohstoffe wiederverwendet werden. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastungen in Deutschland. Moderne Verbrennungsanlagen verfügen über Filter, welche die giftigen Abgase nicht in die Umwelt entlassen, um Immissionen zu verringern.

Die deutsche „stiftung elektro-altgeräte register“ (stiftung ear) koordiniert die Abholung vom PC-Schrott und weist ihn den Herstellern zu, welche den Computer fachgerecht entsorgen. Die Hersteller sind verpflichtet, den Computerschrott an zertifizierte Erstbehandler zu liefern, welche diesen dann entweder recyceln oder wiederverwerten.

Nach dem Notebook entsorgen, exportieren einige Hersteller den Computerschrott nach Afrika oder Asien. Dies ist nur dann legal, wenn die Geräte noch funktionsfähig sind. Aus diesem Grund müssen die Firmen nachweisen, dass die Produkte noch brauchbar sind und nicht als PC-Schrott verschifft werden. Dies ist nämlich illegal, da es den Umweltschutz gefährdet.

Bußgelder beim PC entsorgen

Wie bereits bei den restlichen Umwelt-Bußgeldkatalogen können die jeweiligen deutschen Bundesländer eigene Bußgeldvorschriften erlassen. Meist ist elektronischer Schrott bereits in den Bußgeldern für Sperrmüll enthalten und wird dementsprechend geahndet. In Bremen beispielsweise kostet das Notebook entsorgen 150 bis 2.500 Euro.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) bestimmt im Paragraph 23 bundesweite Geldbußen. Diese treffen meist auf Hersteller zu. Sollte Unternehmen Elektro- oder Elektronikgeräte in den Verkehr bringen, welche nicht zertifiziert sind, kann dies ein Bußgeld bis zu 100.000 Euro kosten. Diese Geldbuße wird auch fällig, wenn Computerschrott weiterverkauft wird.

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