Hecke schneiden

Bußgeldkatalog für unerlaubtes oder untersagtes Beseitigen oder Beschädigen von Hecken der einzelnen Bundesländer in Naturschutzgebieten und geschützten Wäldern

Bundeslandbis 10 mbis 100 müber 100 m
Baden-Württembergkeine Angabekeine Angabekeine Angabe
Bayern 50 - 1.000 €250 - 5.000 €1.000 - 15.000 €
Berlinkeine Angabekeine Angabekeine Angabe
Brandenburg 50 - 1.000 €250 - 4.000 €ab 1.000 €
Bremen 50 - 500 €250 - 2.000 €1.000 - 7.500 €
Hamburg keine Angabekeine Angabekeine Angabe
Hessenkeine Angabekeine Angabekeine Angabe
Mecklenburg-Vorpommern100 - 1.000 €500 - 4.000 €3.000 - 100.000 €
Niedersachsen 50 - 2.500 €250 - 12.500 €500 - 25.000 €
Nordrhein-Westfalen40 - 750 €200 - 3.000 €750 - 12.500 €
Rheinland-Pfalz51,13 - 511,29 €102,26 - 1.533,88 €1255,65 - 10.225,84 €2
Saarland 50 - 2.000 €250 - 7.500 €1.000 - 10.000 €
Sachsen 50 - 1.000 €100 - 2.500 €250 - 15.000 €
Sachsen-Anhaltkeine Angabekeine Angabekeine Angabe
Schleswig-Holsteinkeine Angabekeine Angabekeine Angabe
Thüringen keine Angabekeine Angabekeine Angabe

1: bis 200 m
2: über 200 m

Wann ist der beste Zeitraum und was ist erlaubt?

Wer die Hecke schneiden will, muss den Vogelschutz und Naturschutz beachten.

Wer die Hecke schneiden will, muss den Vogelschutz und Naturschutz beachten.

Hecken sind eine beliebte Form, um das eigene Grundstück zu umzäunen oder den Garten zu verschönern. Experten empfehlen, die Sträucher der Hecke zweimal im Jahr zu schneiden. Wer sich aber nicht an den gesetzlich vorgegebenen Zeitraum hält oder die vorgeschriebene Heckenhöhe zum Nachbarn ignoriert, muss mit einem Bußgeld rechnen. Dieses variiert von Bundesland zu Bundesland, da jedes Land eigene Gesetze zum Hecke-Schneiden verordnet. Über diesen Verordnungen steht jedoch das Bundesnaturschutzgesetz, welches den Heckenschnitt definiert.

Das Bundesnaturschutzgesetz in puncto Heckenschnitt

Im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) finden deutsche Bürger zahlreiche Regelungen zum richtigen Umgang mit Tieren und Pflanzen. Das Ziel der Bestimmungen ist der Erhalt der Umwelt als Ressource und zur Erholung.

Paragraph 39 des BNatSchG definiert den allgemeinen Schutz und Umgang von wild lebenden Tieren und Pflanzen in Deutschland. Dabei bestimmt das Gesetz u.a., dass wild lebende Tiere nicht mutwillig verletzt oder getötet werden dürfen. Zudem regelt Paragraph 39, wann Sie Ihre Hecke schneiden können.

Es ist verboten, […] Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. (Quelle: § 39 Abs. 5 S. 2 BNatSchG)

Wann Personen ihre Hecke schneiden dürfen, regelt also dieser Paragraph. Während beispielsweise nur Bäume von öffentlichen Alleen und Straßen in der Zeit von März bis September einer Genehmigung zum Fällen bedürfen, ist das Hecke-Schneiden in dem Zeitraum strikt verboten. Die Heckenschere muss jedoch nicht gänzlich im Schrank bleiben. Gartenbesitzer dürfen einen pflegenden Schnitt vornehmen.

Zusätzlich regelt das Bundesnaturschutzgesetz zum Heckenschnitt, dass die Hecken weder abgebrannt noch so behandelt werden, dass die Tier- und Pflanzenwelt dadurch erheblich gestört ist. Beim Hecke-Schneiden spielt auch der Vogelschutz eine Rolle. Nisten beispielsweise Vögel oder andere Tiere in einer Hecke, dürfen Sie sie nicht schneiden. Wann also der richtige Zeitpunkt für den Heckenschnitt ist, regelt nicht nur das BNatSchG, sondern auch zahlreiche weitere Natur- und Tierschutzverordnungen. Das Bundesartenschutzgesetz regelt zum Beispiel, welche Tiere und Pflanzen gefährdet und dementsprechend geschützt sind. Das Bußgeld für das Töten dieser Tiere oder das Ausreißen der seltenen Pflanzen ist hierbei höher.

Hecken schneiden: Die Ausnahmen vom Verbot

Wann dürfen Sie die Hecke schneiden?

Wann dürfen Sie die Hecke schneiden?

Von Anfang März bis Ende September dürfen Sie keine Hecken schneiden. Dennoch gibt es Ausnahmen von diesem Verbot. Im Rahmen von Baumaßnahmen dürfen Gehölzbeseitigungen durchgeführt werden. Außerdem regeln die Baumschutzverordnungen der Bundesländer verschiedene Ausnahmen. In Berlin beispielsweise sind folgende Verfahren an Hecken genehmigungs- und verbotsfrei:

  • fachgerechte Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen sowie Totholz und beschädigte Äste entfernen
  • fachgerechtes Entfernen von Ästen und Zweigen mit einem maximalen Umfang von 15 cm unter bestimmten Bedingungen, wie z.B. zur Verhinderung von sogenannter Verschattung und zum Freiräumen von Feuerwehrzufahrten
  • fachgerechtes Entfernen von Ästen (bis zu einem maximalen Umfang von 15 cm), welche das Nachbargrundstück überragen

Gesetzgebung in anderen Bundesländern

Wer seine Hecke schneiden will und in Hamburg wohnt, muss beachten, dass hier ein Schutz für bestimmte Pflanzen besteht. Grundsätzlich sind alle Bäume und Hecken geschützt. Die Hecke zu schneiden ist in Hamburg also teilweise verboten, sofern keine Genehmigung bei der zuständigen Dienststelle in den Bezirksämtern eingeholt wurde. Das „übliche Beschneiden der Hecke“ ist wiederum erlaubt. Hierbei definiert das Land Hamburg jedoch das Abschneiden des jeweiligen Jahreszuwachses.

Handelt es sich jedoch um eine Baumaßnahme dürfen Sie Ihre Hecke schneiden in Hamburg.

In Nordrhein-Westfalen (NRW) gilt auch der 39. Paragraph des BNatSchG. Die Landesverordnung verbietet neben dem Hecke-Schneiden in NRW auch das Auf-den-Stock-setzen. Dies zählt nämlich als Formschnitt und ist somit keine Ausnahme.

Richtig Hecke schneiden, aber wann?

Experten raten dazu, die Hecke zweimal im Jahr zu schneiden. Dabei muss auch auf den richtigen Zeitpunkt geachtet werden. Diesen regelt jedoch kein Gesetz. Bis zu einem Drittel der tatsächlichen Größe der Hecken kann ein Gärtner wegnehmen. Wird es mehr, kann die Hecke in der Regel nicht mehr richtig nachwachsen.

Die Sächsische Landesanstalt für Gartenbau empfiehlt, die Hecke folgendermaßen zu schneiden: ein umfangreicher Heckenschnitt Mitte bis Ende Februar sowie ein weiterer schwächerer Rückschnitt zum Sommeranfang. Damit bleibt die Hecke perfekt in Form.

Hecke zum Nachbarn: Was gilt hier?

Wer ein Haus mit einer Hecke zum Nachbar besitzt, muss diese auch schneiden

Wer ein Haus mit einer Hecke zum Nachbar besitzt, muss diese auch schneiden

Viele Grundstückbesitzer „teilen“ sich eine Hecke mit ihrem Nachbarn. Im rechtlichen Sinne wird hier von einer Grenzbepflanzung gesprochen. Die Hecke ist also auf der Grenze beider Grundstücke. Aber wer muss die Hecke schneiden? Und welche Heckenhöhe zum Nachbarn ist zulässig? Das Nachbarschaftsrecht ist in puncto Hecke der Ratgeber, welcher über diese Themen informiert.

Es gibt kein bundeseinheitliches Nachbarschaftsrecht, welche die Hecke definiert. Diese Verordnung ist Sache der Bundesländer, weshalb auch hier keine pauschalen Aussagen gemacht werden können.

Die Hecke zum Nachbarn gehört grundsätzlich beiden Parteien. Im Anwaltsjargon wird hier von einer Grenzeinrichtung geredet. Das kann nicht nur eine Hecke sein, sondern auch ein Baum etc., wenn es beispielsweise um das Baum-Fällen geht. Beide Nachbarn sind zur gemeinschaftlichen Nutzung berechtigt. Das Bundesgesetzbuch schreibt jedoch vor, dass ein Nachbar zur alleinigen Verfügung berechtigt ist, wenn die äußeren Merkmale darauf hinweisen, also zum Beispiel der Großteil der Hecken auf einem Grundstück stehen.


Wer die Hecke schneiden will, muss mit dem Nachbar reden und sich einig werden, wer die Aufgabe übernimmt. Natürlich ist auch eine Aufgabenteilung üblich. Will der Nachbar die Hecke schneiden, muss er beachten, dass ihm das Gewächs nicht gänzlich gehört. Die Unterhaltskosten tragen beide Nachbarn laut Bundesgesetzbuch gemeinsam. Die Antwort auf die Frage: „Wer muss die Hecke schneiden?“ ist also, dass beide gemeinschaftlich für die Grenzeinrichtung zuständig sind.

Wer nicht nur die Hecke vom Nachbar geschnitten hat, sondern das Gewächs gänzlich entfernen möchte, muss mit einem Schmerzensgeld rechnen. Denn solange die Hecke zum Nachbarn im Interesse dessen liegt, darf sie nicht ohne die Zustimmung des anderen Grundstücksinhabers beseitigt werden. Andernfalls bricht der Nachbar ein Verbot, welches mit Schadenersatz ausgeglichen werden kann.

Die gesetzliche Heckenhöhe zum Nachbarn

Das Ordnungsrecht regelt die Heckenhöhe zum Nachbarn. Dieses Recht liegt jedoch in der Verantwortung der Bundesländer, weshalb diese selbst bestimmen können. Die meisten Länder setzen die Heckenhöhe zum Nachbarn in Relation zum Abstand zur Grundstücksgrenze.

Beträgt der Abstand in Bayern beispielsweise 50 cm, darf die vorgeschriebene Höhe maximal 2 m betragen. Diese Regelung trifft außerdem noch auf Berlin, Hessen, Niedersachsen, NRW und Sachsen zu. In Rheinland-Pfalz beträgt der Mindestabstand 75 cm und die maximale Höhe der Hecken 2 m. Das Saarland spricht von einem Abstand von 50 cm von einer Orientierungshöhe von 1,5 m. Auch Sachsen-Anhalt bestimmt diese Maße.

Doch nicht nur jedes Bundesland bestimmt eine Heckenhöhe zum Nachbarn. Auch jede Gemeinde oder Kommune kann diese klar regeln. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, vor der vermeintlichen Anzeige des Nachbars wegen der hohen Hecken zur zuständigen Behörde zu gehen und sich zu informieren.

12 Kommentare

  1. Seba sagt:

    Hallo, darf mein nachbar zum hecke zu schneiden, mein Grundstück eigentlich ohne meine erlaubnis betreten? kann ich die seite der Heke die auf meinem Grundstück ist auch selber schreiben?

    GGruß Seba

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Seba,

      wenn es sich um eine Grenzbepflanzung handelt, sich also die Hecke genau zwischen den Grundstücken befindet, gehört das Gewächs beiden Parteien. Sie müssen sich also mit Ihrem Nachbarn einig werden, wer die Aufgabe übernimmt bzw. ob Sie sich das Schneiden aufteilen. Sie können dem Nachbar zwar das Betreten Ihres Grundstücks verbieten; dies gilt jedoch nicht mehr, wenn Sie Ihn beauftragen, die gemeinsame Hecke zu schneiden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. gertrud sagt:

    meine Hecke ist schon ziemlich hoch und ich würde sie gern schneiden, alerdings wachsen die Blätter gerade erst. kann ich die trotzdem schneiden oder mache ich mir damit die Hecke kaputt?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Gertrud,

      der beste Zeitpunkt ist von Februar bis Ende März, also kurz vor dem Austrieb der Pflanzen. Möchten Sie dennoch Ihre Hecke schneiden, müssen Sie auf nistende Vögel achten. Der zweite Austrieb ist Ende Juni bis Ende Juli. Vor dieser Zeit können Sie ein zweites Mal schneiden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Henry L. sagt:

    mein nachbar hat seine hecke geschnitten und ist dabei in meinen garten gegangen ohne mich zu fragen. kann ich ihn dafür jetzt anzeigen?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Henry,

      in diesem Fall wäre ein persönliches Gespräch sicher sinnvoller, da eine Anzeige wohl wegen Geringfügigkeit eingestellt würde.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Thomas.E sagt:

    Hallo, habe da auch mal eine Frage. Ich habe mir ein ca 800qm großes Grundstück gekauft um es als Wochenendgrundstück zu nutzen.Es ist ein reines Acker- bzw. Wiesengrundstück. Die Problematik besteht leider darin, dass,das Grundstück komplett mit Hecken und kleinen Bäumen zugewachsen ist. Dies bedeutet ich kann keinen Fuss auf mein Grundstück setzen da es rundherum mind. 2m hoch zugewachsen ist. Muss ich jetzt auch bis Oktober warten?
    Gruß Thomas.E

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Thomas,

      wenden Sie sich mit dieser Frage am besten an Ihr örtliches Ordnungsamt, vielleicht können Sie eine Ausnahmegenehmigung erhalten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Simone A. sagt:

    Ich will gerne die Hecke (6 Meter lang ca. 60 cm breit) die als „Zaun“ zur Straße hin von den Vorbesitzern meines Hauses angebaut wurde entfernen. Es sind ganz offensichtlich keine Nester drin und die Sicht beim Herausfahren aus der Ausfahrt nimmt sie mir mit ihren 150 cm ebenfalls. Wann darf ich sie entfernen (lassen) und wo muss ich evtl. eine Genehmigung dafür beantragen?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Simone,

      Sie dürfen die Hecke in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 28. Februar entfernen. Wollen Sie dies nicht in diesem Zeitraum tun, ist eine Sondergenehmigung Ihrer Kommune nötig. Wenn Sie weitere Fragen dazu haben, ist Ihre örtliche Umweltschutzbehörde gern bereit, diese zu beantworten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. Simone L. sagt:

    Wir haben ein Grundstück gekauft, was ringsherum eingeheckt ist. Jetzt wollen wir auf diesem Grundstück bauen und laut Baufirma soll das Haus im Juli oder August aufgestellt werden. Dazu mussen wir aber ca. 20 Meter Hecke entfernen. Gibt es hierfür eine Ausnahmeregelung?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Simone,
      die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Sie können aber in der Regel beim zuständigen Ordnungsamt nachfragen, ob die Hecke entfernt werden darf.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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