Naturschutz in Deutschland

Bußgeldkataloge Naturschutz der einzelnen Bundesländer

Wählen Sie hier Ihr Bundesland aus:

Bußgeldkatalog Baden-Württemberg

(keine Angaben)

Bußgeldkatalog Bayern

VergehenBußgeld (in Naturschutzgebieten)1Bußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)Bußgeld (außerhalb geschützter Flächen)
unerlaubt oder untersagt errichtet, aufgestellt, angelegt oder wesentlich geändert
Gewässer oder Fischteiche
- unter 100 Quadratmeter100 - 2.500 €50 - 1.500 €
- unter 1.000 Quadratmeter1.000 - 15.000 €750 - 10.000 €
- über 1.000 Quadratmeter2.500 - 50.000 €1.500 - 30.000 €
Zelt oder Wohnwagen50 - 500 €15 - 250 €10 - 200 €
nicht zugelassene Fahrzeuge und Anhänger sowie anderweitige transportable Anlagen500 - 5.000 €50 - 2.500 €
verbotenerweisen geritten oder gefahren sowie ein Gewässer befahren50 - 5.000 €25 - 2.500 €25 - 2.000 €
verbotenerweise Grundstücke verunreinigt oder beschädigt75 - 2.500 €50 - 1.500 €25 - 1.000 €
verbotenerweise Sachen zurückgelassen75 - 2.500 €50 - 1.500 €25 - 1.000 €
Sonstiges
Feuer angezündet oder betrieben75 - 2.500 €50 - 1.500 €
Lärm erzeugt50 - 2.500 €25 - 1.500 €
auf verbotenen Flächen geritten oder gefahren50 - 5.000 €25 - 2.500 €
mit einem Wohnwagen oder anderweitgen Kfz geparkt, abgestellt sowie gezeltet50 - 2.500 €25 - 1.500 €

1: gilt auch für Tatbegehung in Nationalparks, Naturdenkmälern, gesetzlich geschützten Biotopen und Landschaftsteilen, einstweilig sichergestellten Schutzgebieten
Bußgeldkatalog Berlin

(keine Angaben)

Bußgeldkatalog Brandenburg

VergehenBußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)1
unerlaubt oder untersagt errichtet, aufgestellt, angelegt oder wesentlich geändert
Gewässer oder Fischteiche
- unter 100 Quadratmeter100 - 1.000 €
- unter 1.000 Quadratmeter500 - 5.000 €
- über 1.000 Quadratmeter1.500 - 50.000 €
Zelt oder Wohnwagen50 - 500 €
- bis 10 Tage10 - 400 €
- jeder weiterer Tag5 - 100 €
Sonstiges
wild lebende Tiere getötet oder gefangen50 - 5.000 €
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegraben50 - 5.000 €
Feuer angezündet oder betrieben250 - 2.500 €
Lärm erzeugt25 - 250 €
auf verbotenen Flächen geritten oder gefahren50 - 1.000 €

1: gilt auch in geschützten Landschaftsteilen, einstweilig sichergestellten Schutzgebieten (Bußgeld für Tatbegehung in Biosphärenreservaten, Nationalparks, Naturschutzgebieten, an Naturdenkmälern: Erhöhung des Werts um etwa 50 Prozent; außerhalb geschützter Flächen: Verminderung des Werts um etwa 20 Prozent)
Bußgeldkatalog Bremen
VergehenBußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)1
unerlaubt oder untersagt errichtet, aufgestellt, angelegt oder wesentlich geändert
Gewässer oder Fischteiche
- unter 100 Quadratmeter100 - 1.000 €
- unter 1.000 Quadratmeter500 - 5.000 €
- über 1.000 Quadratmeter1.500 - 20.000 €
Sonstiges
wild lebende Tiere getötet oder gefangenmind. 50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegrabenmind. 50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
Feuer angezündet oder betrieben25 - 2.500 €
Lärm erzeugt25 - 250 €
Hunde frei laufen gelassen50 - 20.000 €

1: gilt auch in geschützten Landschaftsteilen, einstweilig sichergestellten Schutzgebieten (Bußgeld für Tatbegehung in Biosphärenreservaten, Nationalparks, Naturschutzgebieten, an Naturdenkmälern: Erhöhung des Werts um etwa 50 Prozent; außerhalb geschützter Flächen: Verminderung des Werts um etwa 20 Prozent)
Bußgeldkatalog Hamburg
VergehenBußgeld (in Naturschutzgebieten)Bußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)
unerlaubt oder untersagt errichtet, aufgestellt, angelegt oder wesentlich geändert
gezeltet50 - 2.500 €25 - 2.500 €
Campingwagen aufgestellt100 - 2.500 €50 - 2.500 €
Kraftfahrzeug abgestellt100 - 2.500 €50 - 2.500 €
wild lebende Tiere getötet oder gefangen100 - 10.000 €50 - 5.000 €
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegraben50 - 50.000 €25 - 25.000 €
Feuer angezündet oder betrieben50 - 5.000 €25 - 2.500 €
Zigarette weggeworfen25 -5.000 €
mit einem Fahrzeug mit Motor oder Zugtieren gefahren250 - 5.000 €

Bußgeldkatalog Hessen

(keine Angaben)

Bußgeldkatalog Mecklenburg-Vorpommern

VergehenBußgeld (in Nationalparks)1Bußgeld (in [einstweilig sichergestellten] Landschaftsschutzgebieten)
gezeltet50 - 5.000 €
- bis 10 Tage50 - 1.000
- jeder weiterer Tag10 - 100
wild lebende Tiere getötet oder gefangenmind. 50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegrabenmind. 50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts25 - 25.000 €
Feuer angezündet oder betrieben500 - 5.000 €500 - 5.000 €
Lärm erzeugt25 - 1.000 €
in einem Gewässer gebadet15 - 1.500 €

1: gilt auch in Naturschutzgebieten, Naturdenkmälern, geschützten und sichergestellten Landschaftsbestandteilen
Bußgeldkatalog Niedersachsen
VergehenBußgeld (in Naturschutzgebieten)1Bußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)2
gezeltet (auch mit einem Wohnwagen)50 - 5.000 €
- bis 10 Tage50 - 1.000 €15 - 250 €
- jeder weiterer Tag25 - 250 €10 - 50 €
wild lebende Tiere getötet oder gefangenmind. 50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Wertsmind. 50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
wild lebende Tiere gestört oder beunruhigt25 - 5.000 €25 - 2.500 €
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegrabenmind. 50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Wertsmind. 50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
Feuer angezündet oder betrieben35 - 2.500 €25 - 1.500 €
Lärm erzeugt25 - 5.000 €25 - 2.500 €
Hunde ohne Leine laufen gelassen25 - 1.000 €25 - 500 €
Gebiet mit einem motorgetriebenen Fahrzeug befahren50 - 5.000 €25 - 2.500 €

1: gilt auch im Nationalpark „Harz“ in Niedersachsen, im Nationalpark „Nds. Wattenmeer“ (Ruhezone und Zwischenzone), im Biosphärenreservat „Nds. Elbtalaue“ (Gebietsteil C), in Naturdenkmälern, in einem besonders geschützten Biotop und Feuchtgrünland
2: gilt auch im im Nationalpark „Nds. Wattenmeer“ (Erholungszone), im Biosphärenreservat „Nds. Elbtalaue“ (Gebietsteile A und B), in geschützten Landschaftsbestandteilen, (bei nicht genannten Schutzgebieten vermindert sich das Bußgeld um 20 Prozent)
Bußgeldkatalog Nordrhein-Westfalen
VergehenBußgeld (in Naturschutzgebieten)1Bußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)Bußgeld (außerhalb geschützter Flächen)
unerlaubt oder untersagt errichtet, aufgestellt, angelegt oder wesentlich geändert
Gewässer oder Fischteiche
- unter 100 Quadratmeter150 - 1.500 €100 - 1.000 €75 - 750 €
- unter 1.000 Quadratmeter750 - 7.500 €500 - 5.000 €400 - 4.000 €
- über 1.000 Quadratmeter2.500 - 50.000 €1.500 - 50.000 €1.250 - 40.000 €
Zelt oder Wohnwagen
- bis 10 Tage15 - 300 €10 - 200 €8 - 150 €
- jeder weiterer Tag10 - 80 €5 - 80 €5 - 80 €
wild lebende Tiere getötet oder gefangen25 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegraben25 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
Feuer angezündet oder betrieben25 - 2.500 €
Lärm erzeugt10 - 100 €
verbotene Flächen betreten25 - 400 €25 - 250 €20 - 200 €
auf verbotenen Flächen gefahren oder geritten75 - 750 €50 - 500 €25 - 400 €

1: gilt auch in Nationalparks, Naturdenkmälern, gesetzlich geschützten Biotopen und Landschaftsteilen, einstweilig sichergestellten Schutzgebieten
Bußgeldkatalog Rheinland-Pfalz
VergehenBußgeld (in Naturschutzgebieten)1Bußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)Bußgeld (außerhalb geschützter Flächen)
unerlaubt oder untersagt errichtet, aufgestellt, angelegt oder wesentlich geändert
Gewässer oder Fischteiche
- unter 100 Quadratmeter102,26 - 1.022,58 €76,69 - 766,94 €75 - 750 €
- unter 1.000 Quadratmeter750 - 7.500 €500 - 5.000 €51,13 - 511,29 €
- über 1.000 Quadratmeter1.533,88 - 50.000 €1.022,58 - 30.677,51 €766,94 - 25.564,59 €
Zelt oder Wohnwagen
- bis 10 Tage51,13 - 511,29 €15,34 - 255,65 €10,23 - 204,52 €
- jeder weiterer Tag10,23 - 102,26 €7,67 - 76,69 €5,11 - 51,13 €
wild lebende Tiere getötet oder gefangen76,69 - 10.225,84 €
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegraben76,69 - 10.225,84 €
Feuer angezündet oder betrieben51,13 - 2.556,46 €
Lärm erzeugt25,56 - 255,65 €
auf verbotenen Flächen gefahren oder geritten102,26 - 1.022,58 €76,69 - 766,94 €51,13 - 511,29 €

1: gilt auch in Nationalparks, Naturdenkmälern, gesetzlich geschützten Biotopen und Landschaftsteilen, einstweilig sichergestellten Schutzgebieten
Bußgeldkatalog Saarland
VergehenBußgeld (in Naturschutzgebieten)1Bußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)Bußgeld (außerhalb geschützter Flächen)
unerlaubt oder untersagt errichtet, aufgestellt, angelegt oder wesentlich geändert
Gewässer oder Fischteiche
- unter 100 Quadratmeter100 - 1.000 €100 - 12.500 €75 - 750 €
- unter 1.000 Quadratmeter500 - 5.000 €500 - 5.000 €250 - 1.500 €
- über 1.000 Quadratmeter1.500 - 50.000 €1.500 - 50.000 €750 - 25.000 €
wild lebende Tiere getötet oder gefangen50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegraben50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
Feuer angezündet oder betrieben50 - 2.500 €
Lärm erzeugt50 - 250 €
auf verbotenen Flächen gefahren oder geritten75 - 750 €50 - 250 €
verbotene Flächen betreten50 - 250 €

1: gilt auch in Nationalparks, Naturdenkmälern, gesetzlich geschützten Biotopen und Landschaftsteilen, einstweilig sichergestellten Schutzgebieten
Bußgeldkatalog Sachsen
VergehenBußgeld (in Naturschutzgebieten)1Bußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)Bußgeld (außerhalb geschützter Flächen)
unerlaubt oder untersagt errichtet, aufgestellt, angelegt oder wesentlich geändert
Gewässer oder Fischteiche
- unter 100 Quadratmeter100 - 2.500 €50 - 1.500 €
- unter 1.000 Quadratmeter1.000 - 15.000 €750 - 10.000 €
- über 1.000 Quadratmeter2.500 - 50.000 €1.500 - 30.000 €
wild lebende Tiere getötet oder gefangen50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegraben50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts50 € - das Doppelte des wirtschaftlichen Werts
Feuer angezündet oder betrieben75 - 2.500 €
Lärm erzeugt37 - 2.500 €
auf verbotenen Flächen gefahren oder geritten25 - 2.500 €25 - 2.500 €25 - 2.500 €

1: gilt auch in Nationalparks, Naturdenkmälern, gesetzlich geschützten Biotopen und Landschaftsteilen, einstweilig sichergestellten Schutzgebieten
Bußgeldkatalog Sachsen-Anhalt

(keine Angaben)

Bußgeldkatalog Schleswig-Holstein

(keine Angaben)

Bußgeldkatalog Thüringen

VergehenBußgeld (in Naturschutzgebieten)1Bußgeld (in Landschaftsschutzgebieten)Bußgeld (außerhalb geschützter Flächen)
unerlaubt oder untersagt errichtet, aufgestellt, angelegt oder wesentlich geändert
Gewässer oder Fischteiche
- unter 100 Quadratmeter100 - 1.000 €75 - 750 €50 - 500 €
- unter 1.000 Quadratmeter500 - 5.000 €375 - 4.000 €250 - 2.000 €
- über 1.000 Quadratmeter2.500 - 50.000 €1.500 - 50.000 €50 - 40.000 €
gezeltet (auch mit einem Wohnwagen)
- bis 10 Tage50 - 500 €15 - 250 €10 - 200 €
- jeder weitere Tag10 - 100 €8 - 75 €5 - 50 €
wild lebende Tiere getötet oder gefangen75 - 10.000 €
wild wachsende Pflanzen beschädigt, ausgerissen oder ausgegraben75 - 10.000 €
Feuer angezündet oder betrieben50 - 2.500 €
Lärm erzeugt25 - 250 €
auf verbotenen Flächen gefahren oder geritten100 - 1.000 €75 - 750 €25 - 250 €

1: gilt auch in Nationalparks, Naturdenkmälern, gesetzlich geschützten Biotopen und Landschaftsteilen, einstweilig sichergestellten Schutzgebieten

Naturschutzgebiete in Deutschland und ihre Überwachung durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)

Naturschutz wird in einem Naturschutzgebiet betrieben.

Naturschutz wird in einem Naturschutzgebiet betrieben.

In Deutschland leben etwa 48.000 Tierarten, 9.500 Pflanzen- und 14.400 Pilzarten. Die biologische Vielfalt hat sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter reduziert. Die letzten geschlossenen Urwälder verschwanden im frühen Mittelalter. Sie bildeten die Heimat für einen Großteil der Fauna und Flora. Fauna definiert die Tierwelt und Flora die Pflanzenwelt.

Bis heute sind viele Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Klimaveränderungen sowie Ressourcenabbau der Menschen sind Ursachen für die Bedrohung. Das deutsche Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) soll gegen diesen Wandel wirken und bestimmt National- und Naturparks, um die verbleibenden Arten zu schützen.

Naturschutz in Deutschland

Die biologische Vielfalt definiert die Summe aller Tier- und Pflanzenarten sowie aller Lebensräume. Diese Vielfalt ist es, die die Lebensgrundlage des Menschen sichert. Sie dienen als Nahrung, sind Grundlagen für Arzneimittel. Pflanzen, Tiere und Pilze reinigen Wasser und Luft. Außerdem sorgen sie für fruchtbare Böden, was wiederum die Landwirtschaft begünstigt. Zudem sind vor allem Pflanzen für ein angenehmes Klima zuständig. Sie binden nämlich CO2, welches ab gewissen Mengen klimaschädlich ist. Die Abholzung der Wälder bzw. Zerstörung der Pflanzen setzt dieses dann frei, was u.a. den Klimawandel bewirkt.

Der Klimawandel zerstört die biologische Vielfalt. Hitze und Trockenheit lassen Pflanzen erkranken. Viele Arten sterben daran. Da anderen Pflanzen bzw. Tiere von diesen ausgestorbenen Arten abhängig sind, ist der Zusammenbruch von Ökosystemen die Folge.

Damit ist auch die Landwirtschaft und letztendlich ein Teil der Nahrungsquelle des Menschen gefährdet. Aufgrund der kommerziellen und extremen Fischzucht dezimieren sich ganze Fischbestände, was wiederum Ökosysteme reduziert. Weitere Gründe für die Abnahme der biologischen Vielfalt sind:

  • Schädigung der Lebensräume der Arten, welche besonders durch den Klimawandel und die Landwirtschaft (Rodung zum Erwerb von Böden) geschieht
  • Übernutzung und Ausrottung der Tier- und Pflanzenarten, vor allem durch die Jagd, Fischerei und Landwirtschaft
  • Verschmutzung und Versauerung der Gewässer wie etwa Meere und Küsten sowie Verschmutzung der Böden
  • Ausbreitung von sogenannten invasiven Arten, welche in einen bestimmten Lebensraum verschleppt werden, in dem sie nicht heimisch sind
  • Auswirkungen des Klimawandels
  • Einführung wirtschaftlicher Anreize für Unternehmen, welche Lebensräume zerstören

Rote Liste im Naturschutz

Gebiete, bei denen der Naturschutz erforderlich ist, sollen durch die sogenannte Rote Liste aufgezeigt werden.

Gebiete, bei denen der Naturschutz erforderlich ist, sollen durch die sogenannte Rote Liste aufgezeigt werden.

Sogenannte Rote Listen zeigen gefährdete, verschollene und ausgestorbene Pflanzen- und Tierarten, Biotope oder Landschaften. Sie dienen der Information für die Öffentlichkeit und sind somit ein wichtiges Instrument vom Naturschutz. Die Rote Liste wird oft als „Fieberthermometer“ des Naturschutzes bezeichnet, da sie die Gefährdungssituation der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in Deutschland oder unterschiedlichen Bundesländern bzw. Regionen auflisten. Die Gefährdung wird anhand der Bestandsgröße und -entwicklung bewertet.

In der Regel gibt das Bundesamt für Naturschutz alle zehn Jahre Rote Listen aus, welche das Amt mit einer Vielzahl an Experten und Vereinen erarbeitet. Die erste Rote Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen in Deutschland veröffentliche die Bundesrepublik im Jahr 1977.

Die aktuellste Rote Liste im Bund stammt es aus dem Jahr 2009 und ist in vier Bänden erschienen: Band 1 – Wirbeltiere, Band 2 – Meeresorganismen, Band 3 – Wirtbellose Tiere und Band 6 – Pilze (Flechten und Myxomyzeten). Die Rote Liste für beispielsweise Pflanzen ist bereits früher entstanden, weshalb die Bandsammlung unvollständig scheint.

Die aktuelle Rote Liste zeigt, dass etwa 28 Prozent der Wirbeltierfauna aktuell bestandsgefährdet ist. Rund 7 Prozent dieser Arten sind ausgestorben oder verschollen, womit die Gruppe zu über einem Drittel anwächst. Das Bundesamt für Naturschutz vergleicht außerdem den langfristigen (50 bis 150 Jahre) und kurzfristigen (10 bis 25 Jahre) Bestandstrend. Diese Trends sehen für jede Pflanzen- und Tierart anders aus. Die Rote Liste der Wölfe beispielsweise zeigt einen negativen Trend.

Zudem sind seit 1850 mehr als 50 Prozent der Artenbestände in Deutschland zurückgegangen. Die bundesweite Rote Liste zeigt auch, dass bei noch 17 Prozent der Arten die Bestände weiter sinken.

Maßnahmen des Naturschutzes

Der Naturschutz sieht einen Naturpark auch in der Stadt vor.

Der Naturschutz sieht einen Naturpark auch in der Stadt vor.

Um den Bestand in Deutschland zu sichern, steht der Naturschutz vor großen Aufgaben. Ein entsprechendes Übereinkommen der UN (Vereinte Nationen) wurde bereits 1992 aufgesetzt. Es soll die biologische Vielfalt auf der gesamten Welt erhalten und ist somit das erste internationale Regelwerk, das den Schutz aller Arten umfasst. Die CBD (Convention on Biological Diversity) verfolgt insgesamt drei Ziele:

  • Erhalt der biologischen Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten, Lebensräume und Gene
  • Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
  • Gerechte Aufteilung der Gewinne und Vorteile, welche sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen ergeben (z.B. Naturmedizin aus wildlebenden Arzneipflanzen)

Zudem sind Politik, Wirtschaftsunternehmen und Verbraucher aufgefordert, einen Beitrag am Naturschutz und dem Erhalt der biologischen Vielfalt zu leisten. 192 Staaten und die EU sind dem Übereinkommen beigetreten. Der Bund und alle anderen unterzeichnenden Ländern sind dazu verpflichtet, die Bestimmungen der CBS in nationales Recht zu übertragen.

Eine weitere Regelung für den Naturschutz bildet die Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, oder kurz Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Die Richtlinie wurde wie die CBS im Jahr 1992 verabschiedet und als Folge des UN-Übereinkommens zu verstehen. Die damaligen Mitgliedsstaaten der EU entschieden sich einstimmig für die Richtlinie. Die Bestimmung hat zwei wesentliche Ziele:

  • Schaffung eines Schutzgebietsnetzes („Natura 2000“): Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Lebensräume von natürlichen Pflanzen- und Tierarten in der EU
  • Schaffung von Artenschutzregelungen für europaweit gefährdete Arten, welche nicht in Schutzgebieten behütet werden können, sondern großräumig vorkommen.

Die Bundesländer melden ihre Vorschläge für Schutzgebiete an die Bundesregierung. In den Listen befinden sich meist schon bestehende Naturparks nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Das jeweilige Naturschutzgebiet darf jedoch nicht aus politischen, wirtschaftlichen oder infrastrukturellen Interessen eingereicht werden. Nur naturfachliche Aspekte stehen bei der Bewertung im Mittelpunkt.

Die Vorschläge schicken die Bundesländer an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Das Bundesnaturschutzgesetz und die jeweiligen Ableger der Länder geben den Schutzgebieten bereits durch diese Meldung einen vorläufigen Schutz. Das Bundesministerium schickt die Listen an die EU-Kommission weiter, die die Schutzgebiete nach einer Prüfung in den „Natura-2000“-Katalog aufnimmt.

“Natura 2000“ ist ein Projekt, welches in Folge der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie entstand. Es umfasst ein Netz aus Schutzgebieten, das innerhalb der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union errichtet wird. Im Jahr 2010 betrug die gesamte Fläche aller Schutzgebiete etwa 18 Prozent der EU-Areale.

Neben diesen Richtlinien und Verordnungen gibt es zahlreiche weitere, welche den Naturschutz vorantreiben sollen. Die wichtigste Rolle spielt hierbei das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) im Detail

Das Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege, kurz Bundesnaturschutzgesetz, trat am 1. Januar 1977 in Kraft. Es löste das bis dahin geltende Reichsnaturschutzgesetz von 1935 ab und ersetzte das Landeskulturgesetz der DDR aus dem Jahr 1970.

Das Bundesnaturschutzgesetz ist in 11 Kapitel geteilt:

  • Kapitel 1: Allgemeine Vorschriften
  • Kapitel 2: Landschaftsplanung
  • Kapitel 3: Allgemeiner Schutz von Natur und Landschaft
  • Kapitel 4: Schutz bestimmter Teile von Natur und Landschaft
  • Kapitel 5: Schutz der wild lebenden Tier- und Pflanzenarten, ihrer Lebensstätten und Biotope
  • Kapitel 6: Meeresnaturschutz
  • Kapitel 7: Erholung in Natur und Landschaft
  • Kapitel 8: Mitwirkung von anerkannten Naturschutzvereinigungen
  • Kapitel 9: Eigentumsbindung, Befreiungen
  • Kapitel 10: Bußgeld- und Strafvorschriften
  • Kapitel 11: Übergangs- und Überleitungsvorschrift

Das Ziel vom Naturschutz und der Landschaftspflege definiert das Bundesnaturschutzgesetz folgendermaßen:

Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich nach Maßgabe der nachfolgenden Absätze so zu schützen, dass

  1. die biologische Vielfalt,
  2. die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts einschließlich der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter sowie
  3. die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft

auf Dauer gesichert sind; der Schutz umfasst auch die Pflege, die Entwicklung und, soweit erforderlich, die Wiederherstellung von Natur und Landschaft (allgemeiner Grundsatz). (Quelle: § 1 BNatSchG)

Naturschutz dient der Erholung wie etwa Fahrradtouren durch die Wälder.

Naturschutz dient der Erholung wie etwa Fahrradtouren durch die Wälder.

Um die biologische Vielfalt dauerhaft zu sichern, genießen lebensfähige Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen sowie ihrer Lebensstätten einen besonderen Schutz. Außerdem sieht sich das Bundesnaturschutzgesetz in der Pflicht, den Austausch zwischen den Populationen und Wanderungen sowie Wiederbesiedelungen zu begünstigen. Zudem sollen Gefährdungen der natürlich vorkommenden Ökosystemen, Biotopen und Arten entgegen gewirkt werden. Dabei sollen Menschen jedoch nicht so sehr in die Natur eingreifen, sodass die natürliche Dynamik den Arten überlassen bleibt und eine repräsentative Verteilung verbleibt.

Naturgüter, die sich nicht erneuern, sollen sparsam und schonend genutzt werden, während sich erneuernde Naturgüter so behandelt werden sollen, dass sie noch lange zur Verfügung stehen. Das Bundesnaturschutzgesetz bestimmt, dass nicht weiter genutzte Böden wieder in einen naturnahen Zustand zurückgeführt werden können. Meeres- und Binnengewässer sind vor Beeinträchtigungen zu bewahren, sodass ihre natürliche Selbstreinigungsfähigkeit und Dynamik erhalten bleibt. Der Naturschutz trägt auch gleichzeitig Sorge für Luft und Klima. Aus diesem Grund sollen Ansätze der erneuerbaren Energiegewinnung zunehmend genutzt werden.

Um den Erholungswert der Natur und Landschaft zu bewahren, sind Naturlandschaften und historisch gewachsene Kulturlandschaften vor Verunstaltungen und Beeinträchtigungen zu schützen. Ein weiteres Ziel vom Bundesnaturschutzgesetz ist die landschaftsgerechte Gestaltung von Verkehrswegen, Energieleitungen und weiteren Bauvorhaben, damit sie nicht den Naturhaushalt beeinträchtigen bzw. die Landschaft zerschneiden. Die Suche und Gewinnung von Bodenschätzen ist so zu gestalten, dass die Natur nicht dauernde Schäden davonträgt. Sollten diese dennoch entstehen, müssen Maßnahmen wie die Renaturierung, naturnahe Gestaltung, Wiedernutzbarmachung oder Rekultivierung ergriffen werden.

Die Bebauung bzw. Inanspruchnahme der Flächen im Innenbereich ist den Flächen außerhalb einer Stadt oder Gemeinde vorzuziehen. Dennoch sollen auch die innerstädtischen Freiflächen für Grünanlagen genutzt werden.

Für die Durchsetzung der Ziele sind die Naturschutz-Ämter der Bundesländer sowie das Bundesamt für Naturschutz zuständig. Sie überwachen die Einhaltung der Vorschriften und sind befugt, nach eigenem Ermessen im Einzelfall erforderliche Maßnahmen zu treffen, um deren Einhaltung zu gewährleisten. Um Maßnahmen der Landschaftspflege und -gestaltung durchzuführen, sollen die Ämter vorrangig

  • land- und fortwirtschaftliche Betriebe,
  • Vereinigungen,
  • Gemeinden oder Gemeindeverbänden,
  • Landwirte,
  • Landschaftspflegeverbände,
  • anerkannte Naturschutzvereinigungen oder
  • Träger von Naturparks,

welche als Schwerpunkt die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege fördern, beauftragen. Zudem verpflichtet das Bundesnaturschutzgesetz die jeweiligen Behörden, ihre Maßnahmen und Pläne frühzeitig den Betroffenen und der interessierten Öffentlichkeit darzulegen.

Das Bundesnaturschutzgesetz und seine Paragraphen

Das Bundesnaturschutzgesetz und seine Paragraphen

Seit 2003 befindet sich im Bundesnaturschutzgesetz ein Paragraph über die Pflichten der Landwirtschaft. Es ist derjenige Sektor, der die meiste Fläche nutzt und an naturnahen Arealen arbeitet. Aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, dass sich die Landwirtschaft dem Naturschutz anpasst.

Paragraph 5 beschreibt, dass der landwirtschaftlichen Arbeit Grundsätze der „guten fachlichen Praxis“ gegenübergestellt wird. So wird beispielsweise vorgeschrieben, dass die Nutzfläche nicht über die Erzielung des Ertrags hinaus beeinträchtigt werden soll. Die Tierhaltung muss in einem ausgewogenen Verhältnis zum Pflanzenbau stehen, wobei schädliche Umweltbeeinträchtigungen zu vermeiden sind. Darüber hinaus ist eine Dokumentation über die Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmittel zu führen.

Eingriffe in die Natur

Die Eingriffsregelungen des Bundesnaturschutzgesetzes sind klar bestimmt. Vermeidbare Eingriffe in der Natur sind zu unterlassen. Sollten sie unvermeidbar sein, müssen sie kompensiert werden. Ist diese Kompensation nicht möglich, sind die Eingriffe verboten. Andernfalls sind die Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen mit Geld zu ersetzen. Nicht als Eingriffe zählen welche, die durch die land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Bodennutzung zweitweise eingeschränkt oder unterbrochen werden.

Eingriffe in Natur und Landschaft im Sinne dieses Gesetzes sind Veränderungen der Gestalt oder Nutzung von Grundflächen oder Veränderungen des mit der belebten Bodenschicht in Verbindung stehenden Grundwasserspiegels, die die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen können. (Quelle: § 14 BNatSchG)

Jeder Eingriff muss durch einen Ausgleich abgegolten werden. Kann dieser Ausgleich nicht geschaffen werden, wird keine Genehmigung dafür erteilt. Auch die Bauleitplanung muss diese Belange berücksichtigen. Bereits in der Planung muss der Naturschutz integriert werden. Die Eingriffsregelung gilt hierbei nicht. Jedoch muss bereits vorbeugend dafür gesorgt werden, dass Eingriffe gering gehalten bzw. vermieden werden.

Der Bau von Verkehrswegen oder großen Kraftwerken bedarf in den meisten Fällen einem Planfeststellungsverfahren. Hierbei müssen Belange des Naturschutzes eingebracht werden. Dabei sind die Bauunternehmer verpflichtet, zwischen Nutzungsinteressen und Naturschutzinteressen abzuwägen.

Das Naturschutzgebiet laut Bundesnaturschutzgesetz

Kapitel 4 und 5 sehen den Schutz, Entwicklung und Pflege bestimmter Teile von Natur und Landschaft sowie der Tierwelt vor. Ein Naturpark, Nationalpark, Landschaftsschutzgebiet, etc. sollen nach Möglichkeit nicht getrennt voneinander bestehen, sondern in einem Biotopverbund vernetzt werden. Dabei tauchen drei wichtige Begriffe im Bundesnaturschutzgesetz auf: Nationalpark, Naturschutzgebiet und Naturpark.

Naturschutz regelt auch Nationalparks in Deutschland.

Naturschutz regelt auch Nationalparks in Deutschland.

Nationalpark: Ein Nationalpark ist ein ausgedehntes und großflächiges Schutzgebiet. Es ist in der Regel vor nicht gewollten menschlichen Eingriffen und vor der Umweltverschmutzung geschützt. Außerdem unterliegt ein Nationalpark der natürlichen Entwicklung. Nationalparks können auf dem Wasser oder auf dem Land entstehen. Dabei sollen die bestehenden Ökosysteme geschützt werden. Zudem wird die Ausbeutung auf diesem Gebiet verhindert. Nationalparks dienen auch der Erholung und dem Tourismus, sofern dadurch kein Eingriff in die Natur vorliegt. In Deutschland gibt es 15 Nationalparks (Stand: Februar 2014). Sie umfassen etwa 0,6 Prozent der deutschen Landesfläche.

Naturpark: Ein Naturpark ist ebenso ein geschützter Landschaftsraum, welcher durch langfristiges Einwirken, Bewirtschaften und Nutzen entsteht. Im Gegensatz zum Nationalpark wird der Naturpark meist künstlich angelegt. Der Naturpark wird in der Regel dauerhaft vom Menschen geprägt. Die Einzelheiten zu den Naturparks definieren die einzelnen Bundesländer unterschiedlich. Ein Naturpark ist besonders für die Erholung den nachhaltigen Tourismus geeignet. In Deutschland gibt es derzeit 104 Naturparks, die gemeinsam etwa 25 Prozent der Fläche Deutschlands einnehmen (Stand: Februar 2015).

Naturschutzgebiet: Der Begriff Naturschutzgebiet überschneidet sich mit der Definition des Nationalparks. Das Naturschutzgebiet ist auch rechtsverbindlich festgesetztes Gebiet, in dem ein besonderer Schutz der Natur und Landschaft vorliegt. Meist verbietet das Bundesnaturschutzgesetz die Erholungsnutzung sowie die Betretungsrechte in diversen Naturschutzgebieten. Die Gesamtfläche der Naturschutzgebiete in Deutschland beträgt 3,6 Prozent (Stand: 2009).


Neben diesen Begriffen definiert das Naturschutzgesetz noch Biosphärenreservate, Wildnisgebiete, etc. Der Naturschutz und die Erholung sind in den Schutzgebieten genauso wichtig wie die ökologische Umweltbeobachtung und Forschung. Das Bundesnaturschutzgesetz regelt auch die wissenschaftliche Umweltbeobachtung. Biosphärenreservate beispielsweise dienen explizit der Bildung und Forschung, um die nachhaltige Entwicklung voran zu treiben. Etwa die Hälfte der Naturparks sind mit Informationseinrichtungen wie Stände eingerichtet, um die Bevölkerung für den Naturschutz zu sensibilisieren.

Das Naturschutzgesetz in den einzelnen Bundesländern

Das Naturschutzgesetz gilt zwar bundesweit, jedoch können die einzelnen Bundesländer auch eigene Gesetze und Strafmaßnahmen bei Nichteinhaltung anordnen. Aus diesem Grund sollen die nächsten Kapitel einen kurzen Blick auf den Naturschutz in den entsprechenden Ländern werfen.

Das Naturschutzgesetz in Rheinland-Pfalz (RLP)

Naturschutz wird auch in den einzelnen deutschen Bundesländern betrieben, wie Rheinland-Pfalz (RLP).

Naturschutz wird auch in den einzelnen deutschen Bundesländern betrieben, wie Rheinland-Pfalz (RLP).

Der Naturschutz in RLP umfasst Biosphärenreservate, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Naturparks und Naturdenkmäler. Derzeit gibt es noch keine Nationalparks. Entsprechende Pläne dazu befinden sich aber in der Vorbereitung.

Wer gegen den Naturschutz in RLP handelt, kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro rechnen. In den Fällen

  • Eingreifen in die Natur und Landschaft ohne erforderliche Genehmigung,
  • Errichtung, Betreibung oder Änderung eines Zoos unter Nichteinhaltung einer Genehmigung oder
  • Nicht rechtzeitige oder vollständige Erfüllung der Auflagen, die mit einer Genehmigung, Erlaubnis, Bewilligung oder Befreiung verbunden ist

kann u.a. ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro verhängt werden.

Das Naturschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen (NRW)

Der Naturschutz in NRW wird auch vom Bundesland selbst nach dem Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes koordiniert. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen kümmert sich nach eigenen Angaben um folgende Aufgaben:

  • Koordinierung der landesweiten Erfassung und Bewertung von Landschaftsdaten
  • Entwicklung von Artenschutzprogrammen für gefährdete Tier-und Pflanzenarten
  • Leitung der wissenschaftlichen Betreuung im Biotopschutz
  • Entwicklung von Informationssystemen zum Zustand der Umwelt und der Möglichkeit des Naturerlebens in Schutzgebieten
  • Erarbeitung von Fachbeiträgen für die Regional- und Landschaftsplanung
  • Beteiligung an der Erarbeitung von Schutzgebietsausweisung
  • Information der Öffentlichkeit in allen Fragen des Naturschutzes

Die zuständigen Behörden dürfen im Rahmen vom Landschaftsgesetz und Naturschutzgesetz in NRW Bußgelder verhängen. Diese gliedern sich nach dem Ort des Begehens wie etwa in Naturschutzgebieten, Naturparks oder außerhalb von geschützten Flächen.

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