Ökostrom im Vergleich – Nicht nur Preise sind entscheidend

Ökostrom: Der Vergleich für eine saubere Umwelt

Ökostrom im Vergleich: Erneuerbare Energien können auf verschiedene Weise gewonnen werden.

Ökostrom im Vergleich: Erneuerbare Energien können auf verschiedene Weise gewonnen werden.

Wir alle brauchen Strom. Er sorgt dafür, dass die Geräte anspringen, ohne die unser moderner Lebensstil nicht möglich wäre. Telekommunikation, Mediengestaltung und -konsum aber auch Medizin und Ernährung sind eng an die Energie aus der Steckdose gekoppelt.

Immer mehr Menschen machen sich jedoch Gedanken darüber, woher der Strom kommt, den sie täglich verbrauchen. Sie wollen natürlich nicht auf diesen verzichten, doch ist es ihnen ein Anliegen, dass alternative Erzeugungsarten immer weiter erforscht und umgesetzt werden. Sie wollen die Verschmutzung der Umwelt nicht mehr als Kollateralschaden für ihren Lebensstil hinnehmen.

Dieser Ratgeber stellt unseren Ökostromrechner vor und klärt über einige Label und Zertifikate auf, mit denen Anbieter ihren Ökostrom bewerben. Dahinter steht die Frage, wann Stromanbieter das Wort „Öko“ vor ihren Strom setzen dürfen. Denn dafür gibt es in Deutschland keine strenge gesetzliche Grundlage. Letztlich wollen wir Sie mit diesem Text dabei unterstützen, den Anbieter zu wechseln, wenn Sie das wollen.

Nutzen Sie jetzt unseren Ökostrom-Vergleichsrechner!

Was ist „grüner Strom“?

Noch haben fossile Brennstoffe den größten Anteil an der Stromgewinnung in Deutschland. Etwa 40 Prozent der jährlich verbrauchten Energie wird auf diese Weise produziert. Dabei werden Braunkohle oder Steinkohle verbrannt, was große Mengen Wassers verdampfen lässt. Der Dampf treibt Turbinen an, die letztlich die Energie produzieren.


Neben der Kohle ist die Spaltung von Atomen weiterhin ein wichtiger Energielieferant in Deutschland. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011, hat die Bundesregierung den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, kurz nachdem eine Verlängerung der Atomlaufzeiten durchgesetzt wurde. Jedoch soll der endgültige Ausstieg erst 2022 vollzogen sein.

Die nukleare Energie wurde jedoch bereits als zweitwichtigste Energiequelle abgelöst von Ökostrom, welcher im Vergleich an Bedeutung dazu gewinnt. Bis 2025 soll er 40 Prozent des Stromverbrauchs ausmachen und zehn Jahre später sogar auf 60 Prozent anwachsen. Und tatsächlich steigt der Ökostromverbrauch jährlich an. Im Jahr 2014 machte der Ökostromanteil bereits 26 Prozent aus, während es vier Jahre zuvor nur 16,8 Prozent waren.

Erneuerbare Energie wird in Deutschland vornehmlich aus Wasserkraft gewonnen. Doch auch Photovoltaik (Solarenergie) und Windkraftwerke sind Lieferanten des grünen Stroms. Allerdings verkaufen einige Stromanbieter auch „Ökostrom“, der dem Vergleich nicht wirklich standhält, denn die Bezugsquelle ist nicht immer eindeutig.

Ökostrom: Vergleich der Label und Zertifikate

Letztlich ist es für den Verbraucher nicht nachzuvollziehen, wo die Elektrizität herkommt, die durch die Leitungen fließt. Der Begriff „Öko“ ist für Strom nicht geschützt, weshalb verschiedene Organisationen Gütesiegel und Ökostromzertifikate entwickelt haben, die Klarheit schaffen sollen. Doch wo liegt hier der Unterschied und was besagen die Label?

Zertifikate sind handelbar

Das wichtigste Zertifikat für erneuerebare Energie in Europa ist das der Organisation „Renewable Energy Certificate System“ (RECS), welche in jedem der 15 teilnehmenden Länder eine eigene Zweigstelle („Issuing Body“) hat. Für Deutschland ist es der eingetragene Verein Öko-Institut e.V. in Freiburg, der diese Funktion übernimmt.

Ökostromerzeuger erhalten das RECS-Zertifikat für tatsächlich produzierten Ökostrom. Allerdings wird mit Zertrifikaten rege gehandelt. Die Käufer des Labels verpflichten sich, an verschiedenen Projekten zum Ausbau von erneuerbaren Energien teilzunehmen. Dies kann unabhängig vom tatsächlich angebotenen Strom geschehen.

Der Verbraucher erhält unter Umständen also weiterehin „Graustrom“, dessen Ursprung nicht verifiziert werden kann oder gar solchen aus Kohle- und Atomkraftwerken, wenn er einen Vertrag mit einem Stromanbieter abschließt, dessen „Ökostrom“ nur durch das RECS-Zertifikat gekennzeichnet ist.

Doch auch die Siegel sind kein Garant für 100 Prozent Ökostrom, der im Vergleich besser für die Umwelt ist. Denn sehr oft wird zu einem gewissen Prozentsatz auch solcher Strom akzeptiert, der aus Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlagen (KWK) generiert wird. Diese Kraftwerke werden in den meisten Fälle mit Erdgas betrieben und gelten trotz des fossilen Brennstoffs als umweltverträglich.

Denn die Anlagen wandeln nicht nur die Kraft der Turbinen in Elektrizität um, sondern nutzen auch die entstandene Wärme. So wird ein Großteil der gewonnen Energie auch genutzt, wodurch KWK-Anlagen wesentlich nachhaltiger sind als konventionelle Kraftwerke, in denen sehr viel Potential einfach verpufft.

Ökostrom im Vergleich: Die TÜV-Siegel

Der technische Überwachungsverein ist nicht nur für die Hauptuntersuchung von Kraftfahrzeugen zuständig, sondern überprüft auch eine Vielzahl anderer Einrichtungen. Dabei muss zwischen den Regionen unterschieden werden. TÜV Nord und TÜV Süd etwa haben eigene Siegel entwickelt, die helfen sollen, die Qualität des Ökostroms einzuschätzen.

Die Siegel der TÜV-Gruppe garantieren zumeist, dass der gelieferte Strom zu einem hohen Prozentsatz aus Ökostromanlagen stammt. TÜV Nord vergibt das Zertifikat „Geprüfter Ökostrom“. TÜV Süd hat dagegen mehrere Kategorien entwickelt, mit denen die Stromanbieter danach bewertet werden können, wie stark sie in den Bau neuer Ökostrom-Anlagen investieren.

Das Siegel EE01 von TÜV Süd etwa garantiert, dass 30 Prozent des bezogenen Ökostroms aus neuen Anlagen eingespeist werden. Ökostromtarife mit dem Label EE02 gewährleisten hingegen, dass stets so viel grüner Strom in das Netz fließt, wie der Kunde gerade verbraucht. Dabei wird auf Wasserkraftwerke gesetzt, da diese für stetigen Energiefluss sorgen, was bei Wind- und Solaranlagen nicht garantiert werden kann.

Ökostromanbieter kennzeichnen ihr Produkt durch Siegel. Denn man sieht der Energie nicht an, ob sie sauber ist oder nicht.

Ökostromanbieter kennzeichnen ihr Produkt durch Siegel. Denn man sieht der Energie nicht an, ob sie sauber ist oder nicht.

Ökostrom im Vergleich: Das Ok-Power-Siegel

Auch das Label soll Ok-Power des EnergieVision e. V. soll vornehmlich den Ausbau von Ökostromkraftwerken fördern. Die Stromanbieter können ihren Ökostrom in verschiedenen Modellen verifizieren lassen.

  • Das Händlermodell etwa sieht vor, dass ein Drittel des Ökostroms, welcher dem Kunden verkauft wird, aus Anlagen kommt die nicht älter sind als zwölf Jahre. Ein weiteres Drittel muss sogar aus Anlagen stammen, die nicht älter als sechs Jahre sind.
  • Einen Schritt weiter geht das am 1. Januar 2016 eingeführte Innovationsmodell. Hier wird dem Kunden für jedes verbrauchte Kilowatt (kWh) etwa 0,2 bis 0,5 Cent extra berechnet. Der Stromanbieter verpflichtet sich, diese Mehreinnahmen in die Entwicklung und Förderung zukunftsfähiger Energiegewinnung zu investieren.
  • Für das Initiierungsmodell des Labels Ok-Power muss der Stromversorger garantieren, dass er 50 Prozent der verbrauchten Strommenge durch Anlagen in das Netz eingespeist hat, die er in Eigeninitiative gefördert hat. Auch sollen in Zukunft weitere Projekte gestartet werden, die den Anteil eigeninitiierten Ökostroms vermehren.

Ökostrom im Vergleich: Das Grüner-Strom-Label

Der eigens gegründete Verein Grüner Strom Label e.V. verleiht das Grüner-Strom-Label nur an Stromanbieter, die nachweislich in den Ausbau von Ökostromkraftwerken investieren. Auch der tatsächlich angebotene Strom muss zu 100 Prozent aus solchen Anlagen gewonnen worden sein. Handelbare Zertifikate werden dabei nicht akzeptiert, was den größten Unterschied zu den bisher genannten Siegeln ausmacht.

Der Ökostromrechner – Auch bei Ökostrom lohnt der Preisvergleich

Mit dem Tarifrechner können Sie auch Ökostrom vergleichen, indem Sie den Stromrechner auf „Öko“ einstellen. So kann günstiger Ökostrom einfach im Vergleich mit Energie aus herkömmlichen Quellen hervortreten.

Der Ökostromrechner hingegen macht es von vornherein zur Bedingung, dass nur ökologischer Strom angeboten wird. So können Ökostromanbieter in direkten Vergleich treten. Wer den Ökostrom günstig anbietet oder Kriterien der Nachhaltigkeit besonders vorbildlich umsetzt, schneidet beim Ökostromvergleich besonders gut ab.

Wir führen Sie durch die Funktionen des Rechners für den Preisvergleich von Ökostrom. Denn ein Vergleich kann nur Mehrwert schaffen, wenn er korrekt durchgeführt wird.

1. In welcher Region wollen sie für den Ökostrom einen Vergleich anstellen?

Durch die Angabe Ihrer Postleitzahl können bereits viele Anbieter von grüner Energie ausgeschlossen werden, denn nicht jeder Versorger liefert sein Produkt in jede Stadt. Außerdem kann in manchen Regionen billiger Ökostrom bezogen werden. Das liegt an den Anbindungen zum Stromnetz. Viele Ökostromtarife sind jedoch bundesweit einheitlich.

2. Wie hoch ist Ihr Verbrauch für Ökostrom? Der Vergleich bringt Klarheit.

Auch der Ökostrompreis ist davon abhängig, wie viel Sie im Jahr verbrauchen. Ein Einpersonenhaushalt verbraucht potentiell mehr Strom als eine Wohngemeinschaft mit mehreren Mitgliedern. Dem Licht ist es egal, ob es für eine ganze Familie leuchtet oder für den Singlehaushalt. Auch Geräte wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Fernseher machen da keinen Unterschied.

Deshalb gilt:

  • In einem Einpersonenhaushalt werden jährlich etwa 2.000 kWh verbraucht.
  • Ein Haushalt mit zwei Personen sollte mit etwa 1.500 kWh mehr rechnen, also 3.500 kWh einplanen.
  • Eine Familie mit drei Mitgliedern verbraucht etwa 4.250 kWh.
  • Bei vier Leuten unter einem Dach ist mit etwa 5.000 kWh zu rechnen.

Bedenken Sie bei der Angabe des Verbrauchs, dass Geräte wie Aquarien für Amphibien oder auch Gewohnheiten einen wesentlich höheren Stromverbrauch verursachen können. Arbeiten Sie beispielsweise viel zu Hause am heimischen Computer? Oder haben Sie andere Hobbys, die einen hohen Verbrauch nach sich ziehen?

3. Wie hoch ist Ihr Anspruch an den Ökostrom? Im Vergleich können Sie wählen.

Ökostrom muss im Vergleich nicht unbedingt teurer sein als konventioneller Strom.

Ökostrom muss im Vergleich nicht unbedingt teurer sein als konventioneller Strom.

Viele Ökostromanbieter bieten verschiedene Tarife an, die sich nicht nur im Preis sondern, auch in der „Reinheit“ des grünen Stroms unterscheiden.

Wählen Sie die erste Stufe, meist als „Basic“ bezeichnet, um Ökostromtarife anzuzeigen, in denen der Ökostrom im Vergleich oftmals aus traditionellen Quellen stammt. Hier verpflichten sich die Anbieter jedoch dazu, einen gewissen Prozentsatz ihres Gewinns in Bauprojekte oder andere Maßnahmen zu investieren, die den Co2-Ausstoß anteilig kompensieren.

Sollten sie es bevorzugen, „echten“ Ökostrom in Vergleich zu setzen, wählen Sie die Option „Nachhaltig“. Denn hier werden nur Unternehmen berücksichtigt, die eines der oben genannten Siegel vorweisen können. Hier müssen also strenge Kriterien eingehalten werden, die dafür sorgen sollen, dass der Ausbau von Anlagen für Ökostrom im Vergleich immer weiter zunimmt.

4. Wollen Sie privat oder gewerblich den Ökostrom nutzen?

Im Vergleich ist der Ökostrompreis für Privathaushalte etwas teurer. Das liegt daran, dass Großunternehmen in der Regel wesentlich mehr Strom verbrauchen und von den Versorgern daher zu besseren Konditionen beliefert werden können. Ein Privathaushalt kann davon also nicht profitieren.

Jedoch gibt es einige Ökostromanbieter, die Tarife in petto haben, bei denen auch Kleinunternehmen billig Ökostrom beziehen. Die Preise variieren jedoch.

5. Ist Ihnen der Bonus wichtig oder soll der Ökostrom im Vergleich einfach günstig sein?

Viele Ökostromanbieter locken Neukunden mit einem Bonus. So zahlen diese im ersten Jahr einen besonders günstigen Preis oder sie bekommen bei Vertragsabschluss sofort einen Geldwert gutgeschrieben. Solche Angebote können verlockend sein.

Entscheiden Sie, ob diese Boni-Aktionen eine Rolle spielen sollen oder ob der Ökostrom im Preisvergleich einfach gut abschneiden muss, um weit oben gelistet zu werden.

6. Gibt es weitere Bedingungen, die Sie an einen neuen Ökostromanbieter stellen, außer dass der Ökostrom im Vergleich günstig ist?

Es gibt einige weitere Einstellungsmöglichkeiten, um den Vergleich der Ökostromanbieter ihren Vorstellungen anzupassen. Sind Sie etwa darauf angewiesen, den Ökostromtarif relativ spontan kündigen zu können oder ist eine Kündigungsfrist von sechs Wochen bei einer Vertragslaufzeit von mindestens einem Jahr für Sie vertretbar?

Auch, ob die Zahlungen monatlich, einmal im Quartal oder nur per Vorkasse abgewickelt werden können, kann von Ihnen zu einer entscheidenden Frage erhoben werden. Dabei kommt es ebenfalls auf Ihre Flexibilität an.

Außerdem gibt es Ökostromtarife, die kWh-Pakete beinhalten, die im Voraus zu günstigen Konditionen erworben werden können, bei denen ein Mehranspruch gegen Ende des Jahres jedoch zum Teil mit einem relativ hohem Preis bezahlt werden muss. Diese Tarife lohnen sich also nur, wenn Sie Ihren Stromverbrauch besonders gut einschätzen können.

Ökostrom im Vergleich einsparen

Auch billiger Ökostrom kann im Vergleich teuer werden, wenn Sie am Ende des Jahres zu viel verbraucht haben. Deshalb geben wir Ihnen an dieser Stelle einge Tipps, wie Sie einfach Strom einsparen können.

Achten Sie beim Kauf eines Gerätes auf dessen Energieklasse

Sie können unkompliziert online die Anbieter für Ökostrom vergleichen und anschließend wechseln.

Sie können unkompliziert online die Anbieter für Ökostrom vergleichen und anschließend wechseln.

Ökostrom, der im Vergleich günstig abgeschnitten hat, sollte trotzdem nicht sinnlos vergeudet werden. Viele Geräte tun allerdings genau das. Beim Kauf eines neuen Großgerätes wie einer Waschmaschine, eines Fernsehers oder eines Kühlschranks werden Sie schon im Laden durch eine auffällige Markierung darauf aufmerksam gemacht, wie effizient diese mit dem Ökostrom haushalten.

Im Vergleich ist stets zu sagen, dass die Energieklasse A(++) zu bevorzugen ist, auch wenn der Anschaffungspreis etwas höher liegen mag. Denn letztlich sparen Sie damit auf lange Sicht nicht nur Strom sondern auch Wasser und somit Geld.

Der Stand-by-Modus ist pure Stromverschwendung

Besonders Monitore und Fernseher, doch auch Hi-Fi-Anlagen oder Stehlampen stehen ständig unter Strom. Denn Sie müssen stets betriebsbereit sein, um beim nächsten Mal schnell wieder anzuspringen. So saugen diese Geräte beständig den guten Ökostrom, der im Vergleich vielleicht sauberer, jedoch nicht billiger ist. Sorgen Sie also dafür, dass elektronische Apparate gar nicht erst in den Stand-by-Modus wechslen können, und trennen Sie sie vom Netz.

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